Am Mittwoch, dem 26. August 2020 wurde die Installation „Paradoxum Grenze1“/2020 von Romana Menze-Kuhn von Wind und Sturm heftig in Mitleidenschaft gezogen und weitgehend zerstört. Romana Menze-Kuhn schreibt dazu:

So wie Grenzen gesetzt werden und wieder aufgelöst werden, so hat sich auch hier die Grenze durch die Natur verändert und verselbstständigt. In der Zeit seit dem Aufbau am 12. Juli 2020 hat die Installation immer wieder neue Gesichter bekommen. Gerissenen Streifen der Rettungsdecken wurden neu verknotet und neu verknüpft. Aber jetzt nach dem starken Sturm hielt die Grenze nicht stand. Und so soll sie auch bleiben. "Meine Kunst ist immer im Prozess zu sehen. Nichts ist fix, alles bleibt in Bewegung und Veränderung, wo ich immer wieder neu kreativ reagiere.....so wie das Leben es mir auch zeigt."

Am 2. September 2020 wurde die Installation wieder neu verknotet und dann - zwei Tage später - gänzlich von Menschen zerstört. Grenzen sind nicht aufhaltbar.  Aus der Installation "Paradoxum Grenze 1/2020" wurde jetzt "Paradoxum Grenze 2/2020".

Grenze sagt Wikipedia ist der Rand eines Raumes und damit eine Trennlinie oder Trennfläche; Grenzen schützen, gleichzeitig trennen sie.
Dieses Paradoxum, Diskrepanz beschäftigt mich: was uns verbindet, trennt uns auch.

Ländergrenzen werden umkämpft und vor "Eindringlingen" geschützt, die Medizin zögert die letzte aller Grenzen - den Tod - immer weiter hinaus. Je mehr wir versuchen, die Grenzen zu überwinden und aufzulösen, desto stärker kehren sie zurück. Entgrenzung und neue Grenzsetzungen überlagen sich in einem paradoxen Durcheinander. Welche Grenzen sind sinnvoll, welche nicht?

Innerhalb der Globalisierung sehen wir auf der einen Seite eine Welt der Barrikaden und Trennlinien, auf der anderen Seite das Schmelzen der Grenze. Alles passiert gleichzeitig.
Mit den "Flüchtlingsströmen" kommen die totgesagten Grenzen wieder.

Grenzen, gibt es sie? Oder verschwinden sie? Mit der Ausbreitung des Internets und Tschernobyl wissen wir, dass Grenzen nicht mehr aufhalten. Auch jetzt aktuell, mit der globalen Verbreitung des Corona Virus erleben wir die Grenze als Hemmnis irrelevant.

"Ihre Arbeiten sind nie beendet, es sind Phasen des Durchgangs, im Moment der Gegenwart fixiert. Sie werden ständig verändert, erweitert, anderen Situation neu angepasst. Durch diese Vorläufigkeit, ständige Unfertigkeit vermeidet sie jede dogmatische Aussage. Das Material, die Farbe sind die Spielsteine mit denen sie selbst hantiert, aber auch den Betrachter suggeriert, assoziativ mit dem vorliegenden Material zu phantasieren, um so zu begreifen. Kunst als Mittel der Erkenntnis, als Weg der Bewusstwerdung, ohne das Korsett eines wissenschaftlichen Sets." Egon Stumpf M.A., Galerist

"Romana Menze-Kuhn löst Objekte aus ihrer Fixierung, sammelt Dinge in der Umgebung, bringt 'arme', alltägliche Materialien mit ein und gestaltet Installationen, in denen alle Elemente aus ihren funktionalen Zusammenhängen befreit, anders wahrgenommen und somit in einen anderen Kontext gestellt werden. Im Spiel mit den verschiedenen künstlerischen Medien verarbeitet sie das Material zu ästhetischen, inhaltlichen und kritischen Aussagen. Dabei gewinnt der Mensch die Freiheit, sich seiner vergessenen Vielfalt zu erinnern." Dr. Stefan Scholz, 2017

Künstlerin: Romana Menze-Kuhn
Material: Installation mit Rettungsdecken geschnitten, Holzpfähle
Abmessungen: 150 x 1000 cm
Entstehung: Juli 2020