Die beiden aus rotem Lavatuff gearbeiteten Skulpturen sind ursprünglich unabhängig voneinander entstanden. Die eine gedrungen, kugelförmig, die andere wie ein kleiner Vogel, der seine Schwingen erhebt und davonfliegen will. Der rötliche Michelnauer Tuff aus der Wetterau ist vulkanischen Ursprungs und entstand vor etwa 15 Millionen Jahren. Der Stein lässt sich leicht bearbeiten, die Witterungsbeständigkeit ist jedoch gering. Auch an den beiden Skulpturen vor der Stadthalle kann man die Spuren des Wetters erkennen. Die rote Farbe ist fast vollständig einem Graubraun gewichen.

Auf einer Ausstellung standen die beiden Steine dicht beieinander. Einer Besucherin fiel auf, dass es so scheint, als ob ein Vogel auf den Erdball herabblicke und gab den beiden Skulpturen spontan den Titel „Erd-Blick“.

Kathrin Gordan ist der Kommunale Galerie seit Anbeginn eng verbunden und war bis 2017 Kuratorin vieler Ausstellungen in Mörfelden-Walldorf. Zusammen mit E.R. Nele, Christfried Präger und Otto Schaffner hat sie im ersten Skulpturenpark der Kommunale Galerie Arbeiten präsentiert.

Titel: Erd-Blick
Künstlerin: Kathrin Gordan
Material: Roter Lavatuff aus dem (inzwischen stillgelegten) Steinbruch in Michelnau bei Nidda
Abmessungen: 38 x 38 x 57 cm Erde,  44 x 46 x 93 cm Vogel
Entstehung: 2005

Text und Foto: Haiko Emmel

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